Gefördert vom Bundessozialamt
Arbeitswelten von Menschen mit Behinderung

Das Center for Disability and Integration (CDI-HSG) hat am 24. März 2011 das Symposium “Zeigen Sie, dass es geht! Arbeitswelten von Menschen mit Behinderung” veranstaltet. In der Aula der HSG verlieh das CDI-HSG erstmals den mit 15`000 Schweizer Franken dotierten “Commitment to Action”-Preis. Mit ihm zeichnete das CDI-HSG drei Organisationen aus, welche sich vorbildlich für die Integration von Menschen mit Behinderung am ersten Arbeitsmarkt engagieren.
Der “ComToAct”-Preis gründet auf der Initiative “Commitment to Action» des Centers for Disability and Integration. Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen stiftete den Preis. Die Auszeichnung wurde in den Ländern Deutschland, Österreich sowie der Schweiz und Liechtenstein ausgeschrieben. Die drei ausgezeichneten Organisationen erhielten je 5`000 Franken Preisgeld. Die Schweiz ist mit dem Kleinunternehmen Asperger Informatik vertreten, Deutschland mit dem Grosskonzern Audi und Österreich mit dem Institut für Sozialdienste, welches einen Sonderpreis als Integrationsdienstleister erhält.
Preisträger Kleinunternehmen: Asperger Informatik, Schweiz
Gegründet im Jahr 2009, bietet die Asperger Informatik AG Informatikdienstleistungen in den Bereichen Software Testing und Webdesign. Fünf der sieben Mitarbeitenden des Unternehmens mit Sitz in Zürich sind Asperger-Autisten. Sie verfügen über spezielle Fähigkeiten, die oft ideale Voraussetzungen für entsprechende Berufe in der Informatik darstellen. So sind Asperger-Persönlichkeiten oft hoch begabt und verfügen über eine schnelle Auffassungsgabe, hohe Detailgenauigkeit, extreme Konzentrationsfähigkeit sowie ausgeprägte Hartnäckigkeit und Ausdauer. Die Asperger Informatik AG nutzt und wertschätzt diese aussergewöhnliche Begabung und setzt sie optimal ein.
Preisträger Grossunternehmen: Audi AG, Deutschland
Die Audi AG wird für ihr Projekt “LGW Koordinationsteam I/PI-4″ zum systematischen Leistungsmanagement und Einsatz von leistungsgewandelten Mitarbeitenden ausgezeichnet. Im Rahmen des Projekts sollen Kenntnisse und Fähigkeiten dieser Mitarbeitenden so produktiv wie möglich zum Einsatz kommen. Massstab ist das Erreichen der sogenannten «Audi-Standardleistung», welche durch entsprechende Arbeitsplatzanpassungen oder Qualifikationen auch von Mitarbeitenden mit Einschränkungen erreicht werden kann. Gemäss des Grundsatzes “Integration statt Ausgrenzung” gibt es keine Organisationseinheiten, die ausschliesslich für Menschen mit Behinderung geschaffen wurden. Vielmehr verbleiben die leistungsgeminderten Mitarbeitenden wenn immer möglich in ihrem gewohnten Arbeitsumfeld.
Sonderpreis: Institut für Sozialdienste (IFS) Vorarlberg
SPAGAT ist ein Modell des Instituts für Sozialdienste (IFS) Vorarlberg zur beruflichen Integration von Jugendlichen mit erheblichen Behinderungen. Ziel ist es, die Jugendlichen unter Anwendung des Prinzips der unterstützten Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt ihres regionalen Umfeldes zu integrieren. Durch die intensive Zusammenarbeit eines so genannten “Unterstützungskreises” aus Lehrern, Eltern, Familie, Freunden, etc. entsteht ein tragendes soziales Netz, das die Betroffenen bei ihrer Zukunftsplanung und beruflichen Integration unterstützt. (CDI-HSG/MyH/pg)
(Quelle/Source:myhandicap.de)