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Erfüllung der Einstellungspflicht – Zahlen, Daten, Fakten
Unternehmen erfüllen Quoten nicht
Mehr als drei Viertel aller Betriebe kommen ihrer Pflicht zur Einstellung von Menschen mit Behinderung nicht oder nicht ausreichend nach. Nach Angaben des Sozialministeriums hätten im Vorjahr 17.109 Firmen zumindest eine Person mit Behinderung einstellen müssen. Tatsächlich haben aber nur 3869 Betriebe oder 22,6 Prozent diese Pflicht zur Gänze erfüllt. Die restlichen 77,4 Prozent haben entweder zu wenige oder gar keine Behinderten beschäftigt.
(Quelle/Source:http://kurier.at/karrieren/berufsleben/2072893.php)
Nicht einmal jedes vierte Unternehmen stellt genügend behinderte Arbeitnehmer ein. Die überwiegende Mehrheit zahlt lieber eine Ausgleichstaxe. Diese richtet sich seit neuestem nach der Größe des Betriebes und beträgt zwischen 226 und 336 Euro pro Person und Monat. Früher galt für alle einheitlich die niedrigste Taxe. Das bedeutet, dass große Betriebe jetzt mehr zahlen müssen als früher.
(Quelle/Source:http://oe1.orf.at/artikel/269160)
Bundesländer säumig
Laut Gesetz sind Unternehmer dazu verpflichtet, pro 25 Mitarbeiter einen behinderten Arbeitnehmer einzustellen. Tun sie es nicht, müssen sie eine Ausgleichszahlung leisten. Säumig sind hier nicht nur zahlreiche private Unternehmen. Auch einige Bundesländer beschäftigen nicht genügend Menschen mit Behinderung. Insgesamt hätten nach diesen gesetzlichen Vorgaben im Vorjahr 101.075 Personen mit Behinderung beschäftigt werden müssen. Tatsächlich waren von diesen Pflichtstellen aber nur 67.016 oder 66,3 Prozent besetzt. Vier der neun Bundesländer stellen zu wenige behinderte Arbeitnehmer ein. Schlusslicht was die Einstellung behinderter Mitarbeiter angeht ist Tirol. Laut Plan müsste Tirol rund 700 Menschen mit Behinderung beschäftigen, in Wahrheit sind es aber nur die Hälfte, geht aus der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage hervor. In Vorarlberg ist die Situation ähnlich, hier arbeiten statt 360 nur 200 behinderte Dienstnehmer. Säumig sind auch Salzburg und Niederösterreich, wenngleich hier das Minus nicht so groß ist wie in den beiden westlichsten Bundesländern.
(Quelle/Source:http://oe1.orf.at/artikel/269160)
Das Land Niederösterreich beschäftigt mehr als 200 begünstigt Behinderte zu wenig. 4.485 begünstigte Behinderte aus Niederösterreich stehen nach den jüngsten verfügbaren Zahlen nicht in Beschäftigung. Das sind 28,6 Prozent der Betroffenen.
(Quelle/Source:http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110210_OTS0168/beguenstigt-behinderte-land-niederoesterreich-erfuellt-beschaeftigungspflicht-nicht)
Dass es auch anders geht, zeigt beispielsweise die Steiermark. Dort beschäftigt das Land um 70 Prozent mehr behinderte Menschen als es eigentlich müsste. Klar übererfüllt wird die Quote auch in Kärnten, Oberösterreich und dem Burgenland. Leicht im Plus ist Wien. Auch der Bund beschäftigt genügend Menschen mit Behinderung. Das Land Steiermark beschäftigt 2.270 Menschen mit Behinderung, das sind um fast tausend mehr als es müsste. Und man mache gute Erfahrungen, sagt Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser. Die meisten behinderten Dienstnehmer arbeiten in der Verwaltung.
Kaum behinderte Lehrer an Schulen
Im Bereich der Länderverwaltungen, aber auch in Schulen gibt es nicht viele behinderte Lehrer oder Angestellte. Im Ministerium von Claudia Schmied (SPÖ) wird die Behindertenquote um zwei Drittel verfehlt. ÖVP-Behindertensprecher Franz Josef Huainigg sieht vor allem in Schulen mit Zweilehrersystem, wie etwa der Neuen Mittelschule, Jobmöglichkeiten für behinderte Lehrer. An den Schulen sind viel weniger behinderte Menschen tätig, als es das Gesetz vorschreibt: 53.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt es im Bereich des Ministeriums für Unterricht und Kunst, knapp 600 davon sind behindert. Die Quote des Behinderteneinstellungsgesetzes wird um 1.300 Personen oder zwei Drittel verfehlt.
Sozialministerium als Vorbild
Die schwarzen Schafe bei der Behinderteneinstellung sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Niederösterreich sowie das Innen- und das Unterrichtsministerium. Sozialminister Hundstorfer spricht in diesem Zusammenhang von traurigen Zahlen: “Ich hoffe, dass das auch zur Bewusstseinsbildung beiträgt. Denn in reinen Verwaltungsbereichen kann man sehr wohl die Zahl erreichen. Gerade mein Haus ist das Paradebeispiel, wie es in reinsten Verwaltungsbereichen, auch nicht immer unter einfachen Rahmenbedingungen, möglich ist, die Einstellungszahlen zu überschreiten.”
Zu wenige Kammer-Jobs für Behinderte
Was die Beschäftigung behinderter Menschen angeht, sind nicht nur einige Bundesländer und einige Ministerien säumig. Laut Gesetz muss ein Arbeitgeber pro 25 Mitarbeiter einen Dienstnehmer mit Behinderung einstellen. Eine Quote, die auch bei staatsnahen Betrieben und Interessensvertretungen zum Teil nicht erfüllt wird. BZÖ-Chef Josef Bucher ortet vor allem zwei schwarze Schafe, was die Beschäftigung bzw. Nicht-Beschäftigung behinderter Menschen angeht: die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und die Bundeswirtschaftskammer. Die in der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage angeführten Zahlen stammen aus dem Dezember 2009. Demnach hätte die Bundeswirtschaftskammer 47 Menschen mit Behinderung beschäftigen müssen, es waren aber nur 23, macht ein Minus von 51 Prozent. Auch auf Länderebene schaut es nicht anders aus. Schlusslicht ist die Vorarlberger Wirtschaftskammer mit einem Minus von 75 Prozent. Am besten schneidet noch die oberösterreichische Wirtschaftskammer ab, mit einem Minus von vier Prozent. BZÖ-Chef Bucher sieht darin ein “fatales Signal an die eigene Wirtschaft” und eine “unmoralische Entwicklung”. Die Wirtschaftskammer wäre aufgefordert, ihrer vorbildhaften Funktion nachzukommen, so Bucher.
(Quelle/Source:http://oe1.orf.at/artikel/269497)
ÖGB und AK quotentreu
Ein Blick auf die anderen Sozialpartner: Die erfüllen die Quote. Der ÖGB beschäftigt genügend behinderte Dienstnehmer, dasselbe gilt grosso modo auch für die Arbeiterkammer. Lediglich in zwei Bundesländern gibt es ein Minus, die anderen sind im Plan oder über der Quote, zum Teil sogar deutlich.
(Quelle/Source:http://oe1.orf.at/artikel/269497)
ÖBB kommt ihrer Pflicht nicht nacht
Säumig sind hingegen laut Anfragebeantwortung die Österreichischen Bundesbahnen. In allen ihren Bereichen sind zu wenige Menschen mit Behinderung eingestellt. Das Minus reicht von sechs Prozent bei der ÖBB-Dienstleistungs-GmbH bis hin zu Minus 76 Prozent bei der Produktion. BZÖ-Chef Josef Bucher fehlt auch hier jedes Verständnis, “weil die ÖBB am Tropf des Steuerzahlers hängt.” Daher wäre es eine “moralische Verpflichtung der ÖBB, die Gesetze einzuhalten”.
(Quelle/Source:http://oe1.orf.at/artikel/269497)